!Respect-Training in der Adolf-Grimme-Schule vermittelt ein prima Lernklima

BARSINGHAUSEN (red).

In der Barsinghäuser Grundschule fand kürzlich wieder ein sechstägiges Verhaltenscoaching für ein respektvolles Miteinander statt – für die Erstklässler*innen zum ersten Male, für alle anderen Kinder zur Auffrischung. Gewaltexzesse sind an Deutschlands Schulen glücklicherweise die Ausnahme. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt jedoch, dass sich viele Kinder im Lebensraum Schule oft nicht sicher fühlen. Demnach beklagten knapp 30 Prozent der Grundschüler*innen, dort regelmäßig gehänselt, absichtlich gehauen oder ausgegrenzt worden zu sein. Um dem entgegenzuwirken, sollten Kinder früh und altersangemessen sozial-emotionale Kompetenzen entwickeln. In der Adolf-Grimme-Schule arbeitet man bereits seit vielen Jahren erfolgreich an diesem Thema.

Schulung eines wertschätzenden Umgangs: Mit viel Spiel, Spaß und Bewegung stärkt der gemeinnützige Verein !Respect mit seinem gleich­namigen Trainingsprogramm sozial-emotionale Kompetenzen. Im Rahmen der Präventions­maßnahme wurden die Erstklässler*innen der Adolf-Grimme-Schule jeweils drei Doppelstun­den lang geschult. Dabei machten sie mit !Respect-Trainer Oliver Henneke jede Menge Übungen zur Förderung ihrer Kooperations- und Kommunikationsfähigkeiten. Die Kinder lernten, was sie beachten sollten, damit sie in einem Konflikt ernstgenommen werden. Und wie sie verbal reagieren und welche Körperhaltung sie dabei am besten einnehmen sollten, wenn jemand ihre Grenzen verletzt. Sie wurden dazu animiert, in unterschiedlichsten Gruppenkonstellationen gemeinsam Aufgaben zu lösen. So lernten die Grundschüler*innen, dass sie sich in den meisten Streitfällen zunächst selbst behaupten können und dass sie sich erst bei weiterer Eskalation in einem letzten Schritt fremde Hilfe holen sollten. Indem die Kinder erfuhren, wie sie Konflikt­situationen gut selbst lösen können, wurden ihr Selbstbewusstsein und ihre Selbstwirksamkeit ungemein gestärkt. Die Zweit- bis Viertklässler*innen der Barsinghäuser Grundschule haben die bewegungsreiche Präventionsmaßnahme bereits in vergangenen Schuljahren kennen­gelernt. Sie bekamen nun eine Auffrischung des !Respect-Sozialtrainings.

Einbeziehung aller Beteiligten: Kinder, Lehrkräfte, Mitarbeiter*innen und Eltern: Schulleiterin Birgit Geyer liegt das !Respect-Projekt sehr am Herzen. Ihr gefällt besonders, dass alle am Bildungsprozess Beteiligten mit einbezogen werden. Die Kinder werden in den Übungs­stunden von ihren Klassenlehrer*innen begleitet. Auch alle anderen Lehrkräfte und pädagogi­schen Mitarbeiter*innen hospitieren bei dem Kindertraining. Denn nur durch die Einbeziehung der Lehrkräfte kann auch umgesetzt werden, dass die !Respect-Regeln für alle Kinder gleich­ermaßen gelten und mit Regelverstößen einheitlich umgegangen wird. Neben den Kindern und dem Kollegium werden auch die Eltern und Erziehungsberechtigten beteiligt, indem für sie ein Infoabendangeboten wird. Professionelle Coaches wie Henneke führen das !Respect-Konflikttraining seit bald sechs Jahren an über 40 niedersächsischen und bundesweit an knapp 100 Schulen durch. Schullei­terin Birgit Geyer ist überzeugt, dass das Projekt das Lernklima verbessert und die Pausen für Lehrkräfte wie Kinder entspannter werden lässt.

Förderung durch STIFTUNG Sparda-Bank Hannover und „Startklar für die Zukunft“: Die !Respect-Maßnahme in der Adolf-Grimme-Schule wird bereits zum wiederholten Mal von der STIFTUNG Sparda-Bank Hannover gefördert. Schulleiterin Birgit Geyer ist sehr dankbar, dass die Stiftung sich erneut engagiert. Denn ohne finanzielle Hilfe von außen hätte dieses Auffrischungsprojekt nicht realisiert werden können. Die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover stellt jährlich mehr als 100.000 Euro für Soziales Lernen und Gewaltprävention an Schulen in Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. „Bildung ist der beste Weg, sozialem Ungleichgewicht zu begegnen, die Leistungsfähigkeit unserer Gesellschaft zu stärken und die individuellen Chancen auf ein erfülltes Leben zu verbessern. Darum ist es uns wichtig, in unseren Bildungsinstitutionen eine Lernatmosphäre zu schaffen, in der Lernen Freude bereitet und Leistung möglich wird. Das Konzept von !Respect hat uns überzeugt, und daher unterstützen wir diese Initiative gerne“, erklärt Stefanie Rupprecht, Stiftungsmanagerin der STIFTUNG Sparda-Bank Hannover. Co-finanziert wird die !Respect-Maßnahme über Mittel des Förderprogramms „Startklar für die Zukunft“. Mit dem Aktionsprogramm von Bund und Land Niedersachsen werden Maßnahmen gefördert, die Kindern bei der Bewältigung der Auswirkungen der Corona-Pandemie helfen.

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