OSTERMUNZEL/BARSINGHAUSEN (red).
Der Schmetterling Schwalbenschwanz ist einer der größten und prächtigsten Falter unserer Heimat. Leider ist er aufgrund der Lebensraumänderungen sehr selten geworden, es gibt zu wenig Wiesen und Randstreifen, auf denen die Futterpflanzen der Raupen, die Doldenblüter, nicht abgemäht werden. Denn hier fressen die Raupen bis zur Verpuppung und überwintern auf dem Grünland in Puppenform. Im späten Frühjahr schlüpfen die jungen Schmetterlinge und können dann nach der Befruchtung neue Eier legen. Auf dem Möhrenfeld eines Biolandwirts in Ostermuzel entdeckten NABU-Aktivisten Anfang August Schwalbenschwanzraupen und später auch deren Puppen. Zahlreiche spätere Funde führten zu der Idee, die Raupen und Puppen abzusammeln und auf eine sichere Futterweide mit Wilden Möhren und Schierlingspflanzen umzusiedeln, damit die seltenen Insekten nicht bei der Möhrenernte auf dem Feld umkommen.
Ein entsprechender Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde wurde umgehend genehmigt, das „Pilotprojekt Schwalbenschwanzraupen-Umsiedlung“ konnte starten. An mehreren Terminen sammeln nun NABU-Aktive Hunderte Raupen und Puppen ein und setzen diese an bestimmten Stellen von NABU-Wiesen an wildwachsenden Doldengewächsen wieder aus, die nun bis Ende Mai nicht abgemäht werden dürfen. So kann eine ganze Generation den Sommer und Herbst über in Ruhe fressen, sich verpuppen und sich im Frühjahr zu neuen, prachtvollen Schwalbenschwanz-Schmetterlingen an sicheren Standorten entwickeln. Die NABU-Mitglieder sind gespannt, ob dieses Experiment gelingen wird und werden entsprechende Untersuchungen vornehmen.
Fotos: Dr. Olaf von Drachenfels / Andreas Winneg
