Robra: „Feiger Anschlag trifft ganze Stadtgesellschaft – wird uns aber nicht zurückwerfen“

„Neue Qualität im Bereich der Polizeidirektion Hannover“ / Stadtverwaltung, Politik, Polizei und Feuerwehr verurteilen Tat / Gasflaschen stellten ernste Gefahr für Einsatzkräfte dar

IMG_9721BARSINGHAUSEN (ta). Im Zuge einer eiligst einberufenen Pressekonferenz haben die Stadtverwaltung, die Fraktionsvorsitzenden der Ratsparteien, die Polizeidirektion Hannover und die Feuerwehr den Brandanschlag auf das im Bau befindliche Flüchtlingsheim an der Hannoverschen Straße scharf verurteilt. Der 1. Stadtrat, Georg Robra, reagierte mit Abscheu. Es sei ein trauriger und schwarzer Tag für die Stadt. „Der Anschlag trifft uns und stellt eine neue Qualität dar. Die Tat ist sehr weit von einem „Dummen-Jungen-Streich“ entfernt, wird aber die Bemühungen für eine Willkommenskultur in Barsinghausen nicht zurückwerfen. Den Personen, die sich diesem Prozess entziehen wollen, müssen wir habhaft werden“, so Robra, der eine deutliche Bestrafung der bislang unbekannten Täter forderte. Die Stadtgesellschaft werde die gemeinsame Aufgabe zur Unterbringung von Flüchtlingen schaffen und sollte sich jetzt nicht zurückziehen. Robra dankte insbesondere den Einsatzkräften der Feuerwehr, denn für diese habe Gefahr für Leib und Leben bestanden. Wie es mit dem Bau an der Hannoverschen Straße weitergehe, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar, feststehe aber, dass das Bauvorhaben fortgesetzt werde, so Robra. In einem fraktionsübergreifendem Schulterschluss bekräftigten auch die Vertreter der Ratsparteien: „Wir werden den Menschen weiterhin Zuflucht gewähren.“ Wie der 1. Stadtrat sprach auch der Leiter der Polizeiinspektion Hannover, Uwe Lange, von einer neuen Anschlagsqualität im eigenen Zuständigkeitsbereich. Bei dem Brandanschlag in Barsinghausen, der sich zwischen Freitagabend und Samstagmorgen ereignete habe müsse, habe es sich erstmals um eine gezielt geplante Tat gehandelt. „Wir werden versuchen, die Täter zu fassen.“ Diese hätten zuvor Gasflaschen entwendet, um dann mit einem Bunsenbrenner Feuer im Erd- und Obergeschoss zu legen. Bislang sei in und um Barsinghausen keine rechtsextreme Szene bekannt, daher werde in alle Richtungen ermittelt, so Lange, der die Tat ebenfalls verurteilte. Den entstandenen Sachschaden bezifferte er auf rund 100.000 Euro. Der stellvertretende Stadtbrandmeister, Henning Schünhof, erklärte, die verwendeten Gasflaschen seien eine echte Gefahr für die 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr gewesen. Nachdem die Feuerwehr um 6.49 Uhr alarmiert worden sei, seien drei Trupps mit Atemschutzgeräten in das Gebäude gegangen. Nach einer Stunde sei der Brand gelöscht gewesen. Zum Einsatz stießen auch Kameraden der Feuerwehr Großgoltern, die mit einer Wärmebildkamera vor Ort waren, sowie der Gerätewagen Atemschutz aus Ronnenberg. Zwei Feuerwehrleute seien auf dem eisglatten Untergrund ausgerutscht und hätten sich verletzt, so Schünhof.

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IMG_9720Foto: ta