Senioren der IG Metall informierten sich über Beratung und Rechtsvertretung des DGB

Rechtsstreitigkeiten im Arbeits-, Sozial- und Verwaltungsrecht nehmen zu

BARSINGHAUSEN (red). Eine hochkompetente und sympathische Juristin des Deutschen Gewerkschaftsbundes erlebten die Senioren der IG Metall in der Region Barsinghausen bei ihrer Versammlung am Mittwoch im Naturfreundehaus. Eva Miller (auf dem Bild vorn links), Leiterin der DGB-Rechtsschutz GmbH für die Bereiche Hannover, Hildesheim und Hameln, informierte über die Leistungen für Gewerkschaftsmitglieder bei Beratung und Rechtsstreitigkeiten im Arbeits-, Sozial- und Verwaltungsrecht. Dazu gehören im Arbeitsrecht u.a. verhaltens-, personen- oder betriebsbedingte Kündigungen, alle Streitigkeiten um Höhe und Zahlung des Arbeitsentgeltes, Eingruppierung, um befristete Arbeitsverhältnisse und alle weiteren Rechtsfragen des Arbeitsverhältnisses. Alle diese Fälle, so Miller, nehmen u.a. auch angesichts von Betriebsschließungen-, einschränkungen- oder verlagerungen und betrieblichen Transformationsprozessen zu.

Im Sozialrecht erfolgt die Beratung und Rechtsvertretung bei allen Fragen und Streitigkeiten in Sachen Renten-, Kranken-, Arbeitslosen-, Unfall- und Pflegeversicherung, Reha-Maßnahmen, Sozialhilfe, Kindergeld, Schwerbehindertenrecht und staatliche Grundsicherung. Im Verwaltungsrecht werden die Gewerkschaftsmitglieder beraten und vertreten im Anhörungsverfahren bei der arbeitgeberseitig beabsichtigten Kündigung Schwerbehinderter, in Sachen Kindergeld, BAföG und Wohngeld sowie in allen Dingen des Beamtenrechts, wie z.B. Bezüge, Beihilfe und Versorgung. Gewerkschaftsmitglieder zahlten nur ihren monatlichen Mitgliedsbeitrag und können damit im Fall des Falles auf sachverständige Beratung und Rechtsvertretung durch Juristen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zählen. Es sei ja ohnehin bekannt, das Gewerkschaften und deren betriebliche Vertrauensleute und gewerkschaftlich organisierte Betriebsräte für gute Arbeitsbedingungen in den Betrieben per Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen eintreten.

Die IGM-Senioren aus der Region Barsinghausen gehören zum Teil mit zu diesen ehemaligen Betriebsräten und Vertrauensleuten und berichteten anschaulich von ihren Leistungen zugunsten der Arbeitnehmer, als sie noch im Erwerbsleben waren. Aber auch im Ruhestand sind sie aktiv für die IGM tätig. Miller berichtete auch über etliche Fälle aus der Praxis, u.a. darüber, dass ein Arbeitgeber einer Reinigungskraft die Portokosten für die Übersendung der monatlichen Lohnabrechnung unrechtmäßig vom Lohn abgezogen habe. In einem anderen Fall wurde eine Arbeitnehmerin von der Deutschen Post unrechtmäßig immer wieder hintereinander als Tagelöhnerin beschäftigt, die als sogenannte Abrufkraft jeweils nur einen befristeten Tages-Arbeitsvertrag hatte. Dieser Fall sei kein Einzelfall. Zunehmend sei auch die Rechtsvertretung von Lehrern, gegen die Eltern Dienstaufsichtsbeschwerden einreichten. Miller riet den Eltern, am besten den Lehrer persönlich anzusprechen, denn es sei sinnvoll, nicht gleich einen Vorwurf zu formulieren, sondern erstmal nachzufragen und sich auch die Sichtweise des Lehrers anzuhören. Manchmal erzählten Schüler nämlich zu Hause eine ganz andere Story und manchmal liege die Wahrheit bekanntlich in der Mitte. Es sei ohnehin besser, das Gespräch von Mensch zu Mensch zu führen.

Der Leiter der IGM-Seniorengruppe Barsinghausen, Erich Zirke, kündigte für die nächste Versammlung der IGM-Senioren einen weiteren hochkompetenten Referenten an. Zum Thema „Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus“ wird am Mittwoch, 17. April, um 14 Uhr im Naturfreundehaus Barsinghausen der Regierungsdirektor a.D. Horst Lahmann aus dem Niedersächsischen Amt für Verfassungsschutz sprechen, der dort viele Jahre bis zu seiner Pensionierung tätig war.

Foto: Ursula Begau