Senioren der IG Metall laden Mitglieder zum Vortrag „Wenn Pflege arm macht“ ins Naturfreundehaus ein

BARSINGHAUSEN (red).

Die  gesetzliche Pflegeversicherung ist nur eine Teilkaskoversicherung. Gehen die Kosten der ambulanten oder stationären Pflege über die Erstattungsbeträge der Pflegeversicherung hinaus, müssen diese Kosten selbst oder von den Angehörigen getragen werden. Erich Zirke, Vorsitzender der IG Metall-Seniorengruppe der Region Barsinghausen erklärte, das führe in der Regel dazu, dass betroffene Personen oder deren Angehörige diese Kosten selbst aus eigenem Einkommen und Vermögen tragen müssen. Zirke nannte beispielhaft einen Mann, dessen Frau dement in stationärer Pflege sei und rund um die Uhr gepflegt werden müsse. Dieser Mann habe 50 Jahre gearbeitet und gut verdient, müsse nun jeden Monat 2.700 Euro aus Eigenmitteln zahlen und könne das nur zahlen, weil er seine Ersparnisse aufzehrt und extrem sparsam lebt. Er fahre seit zehn Jahren nicht in den Urlaub und sei aus vielen Vereinen ausgetreten, wohnt jetzt in kleiner Wohnung zur Miete, weil er sein Eigenheim verkauft habe. Zirke weiter, diese und ähnliche Situationen betreffen unzählige pflegebedürftige Personen und deren Angehörigen.

Seit Jahren diskutiere die Politik über die Zustände in der Pflege älterer Menschen, die Situation der Angehörigen und die vielfältigen Verbesserungsmöglichkeiten. Es fielen dabei Begriffe wie demografischer Wandel, die Familie als größte Pflegeinstitution der Nation, Pflegenotstand, schlechte Arbeitsbedingungen in der Altenpflege, Vereinsamung, menschenunwürdige Bedingungen und Fixierungen in Pflegeheimen. Aus menschenrechtlicher Perspektive bestehe bei der Pflege älterer Menschen und der Situation der Angehöriger ein großer Verbesserungsbedarf und verwies u.a. darauf, dass nach Artikel 1. des Grundgesetzes die Würde des Menschen unantastbar sei . Dies bedeute, dass in allen Rechts- und Lebensbereichen die im Grundgesetz verankerten Menschenrechte gewahrt und geschützt werden müsse. Dies gelte auch für zu pflegende Menschen und deren Angehörige. Deshalb werde sich die IGM-Seniorengruppe in einer Versammlung am kommenden Mittwoch, 15. Mai, um 14 Uhr in einer Versammlung im Naturfreundehaus Barsinghausen mit dem Thema „Gelten die allgemeinen Menschenrechte auch für Pflegebedürftige?“ befassen und nach einem Referat von Andreas Leßmann (Geschäftsstellenleiter der AOK Neustadt a.Rbg.) darüber diskutieren, welche Verbesserungen für pflegebedürftige Personen und deren Angehörigen und insgesamt für ältere Menschen erforderlich sind.

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