So fühlen sich Hummel, Biene & Co im Garten wohl

Schon einfachste Maßnahmen können den Insekten helfen

Foto: Yvonne Martin

REGION (red). Die Aufmerksamkeit für Insekten und der Wille, etwas für sie zu tun, war wohl noch nie so groß wie heute! Auch die Nachfrage nach Tipps für den Insektenschutz ist ungebrochen groß! Den Menschen ist klar geworden, dass der dramatische Rückgang der Insekten auch für uns lebensbedrohlich ist, weil die Insekten neben der Bestäubungsleistung für Wild- und Kulturpflanzen Teil der Ökosysteme sind. Dies führt dazu, dass in Deutschland immer mehr Gärten, Kleingärten, sogar Balkone und Firmengelände zu kleinen Insektenoasen werden. Dabei sollte aber kein blinder Aktionismus an den Tag gelegt werden. „Es sollte bei allen Maßnahmen zum Insektenschutz im Garten das Prinzip gelten: Einfach, bewährt und leicht zu machen ist besser als kostspielig, exotisch und schwierig!“, sagt NABU-Mitarbeiter Rüdiger Wohlers.

Wilde Ecken einrichten: Wer in seinem Garten nur sterilen Rasen, unbedeckte Rabatten und Kirschlorbeer eine Chance gibt, der kann noch so viele ‚Insektenhotels‘ anbieten – der Garten wird steril bleiben, weil es weder Nahrung noch Entwicklungsmöglichkeiten noch Unterschlupf gibt. Deshalb ist es wichtig, im Garten zunächst einmal Natur zuzulassen: Eine kleine wilde Ecke mit Wildpflanzen oder ein kleiner Horst aus wilden Stauden können unendlich viel Lebensraum bieten für Schmetterlinge, Käfer und viele andere Insekten, als Nahrungs- und Entwicklungsraum, auch als Winterquartier oder Versteck. Am besten ist, es heimische Sträucher und Bäume wie Haselnuss, Weißdorn, Schlehe, Faulbaum, Buche, Wildapfel und Schneeball anzupflanzen. Nicht nur Nektar und Pollen, sondern auch die Stängel und Blätter sind wichtig für Insekten. Denn daraus werden Nester gebaut oder sie werden von Raupen gefressen. Manche Insekten sind auf bestimmte Pflanzen angewiesen, andere sind nicht so wählerisch.

Ein Wildblumenbeet anlegen: Ein wohlduftendes Wildblumenbeet mit heimischen Pflanzen bereichert jeden Garten. Die farbenfrohen, flirrenden Hingucker sind einfach anzulegen und erfreuen ihre Besitzer über einen langen Zeitraum. Zu den geeigneten Pflanzen im sonnigen Bereich des Gartens gehören z.B. Natternkopf oder Liegender Ehrenpreis, für halbschattige Lagen eignen sich u.a. Wiesensalbei und Pracht-Nelke und an besonders schattigen Plätzchen können Walderdbeere, Akelei oder auch Geflecktes Lungenkraut gut wachsen.

Totholz und Trockenmauern: Doch die Möglichkeiten, den Insekten wieder verlorengegangenen Nahrungs- und Lebensraum zu schenken, sind noch wesentlich vielfältiger: Totholz und Trockenmauern bieten Unterschlupf – und Gartenwege aus Kies und Sand sind ein geeigneter Lebensraum für die Tiere.

Foto: Yvonne Martin