Sommerwetter sorgt für gute Honigernte

REGION (red).

Nach einem äußerst enttäuschenden Honigjahr in 2017 lief es für Niedersachsens Imker im aktuellen Jahr deutlich besser. „2017 haben wir witterungsbedingt nur die Frühjahrstracht nutzen können. In diesem Jahr sind die Honigerträge deutlich besser, sie liegen sogar über dem langjährigen Durchschnitt“, zieht Jürgen Frühling, Vorsitzender des Landesverbandes Hannoverscher Imker, Bilanz. Allerdings haben auch die Imker und ihre Bienen die Folgen der hohen Temperaturen zu spüren bekommen: Die Blütezeit der unterschiedlichen Trachtpflanzen für die Bienen verlief sehr schnell und intensiv. „Jetzt nutzen die Honigbienen Blühstreifen und Saumbiotope, damit die Winterbienen gut versorgt werden können“. Die Hoffnung auf eine Heidetracht haben die Imker nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes bereits aufgegeben. Die Heideblüte fällt infolge der Trockenheit allenfalls bescheiden aus, als Standort für Wanderimker bietet sie nicht genügend Pollen. Das vergangene Jahr bescherte den süddeutschen Imkern übrigens eine äußerst gute Honigernte, weil der Wald „gehonigt“ hat. Bundesweit fiel die Honigernte 2017 mit mehr als 28.600 Tonnen sogar deutlich besser aus als in den Jahren zuvor, lässt sich aus Daten des Statistischen Bundesamtes ablesen. Das Ernteplus im Süden hat die Einbußen im Norden damit wettmachen können. Knapp 12.000 Imker zählen in Niedersachsen die beiden Landesverbände in Hannover und dem Weser-Emsgebiet, sie halten zusammen mehr als 80.000 Bienenvölker. Nur etwa jeder 100. Imker „lebt“ von seinen Bienen und betreibt die Imkerei als Haupterwerb. Einen erheblichen Zulauf registrieren die Imkerverbände durch Freizeit- und Kleinstimker mit lediglich zwei bis drei Völkern. Erstmals treten sogar neue Mitglieder bei, die gar keine Bienen halten wollen. Neueinsteiger müssen rund 2.000 Euro für den Erwerb von zwei Völkern mit Kästen und Gerätschaften zum Honigschleudern einplanen. Die Imkerverbände bieten Schnupper- und Einsteigerkurse an, um die neuen Mitglieder mit dem Hobby vertraut zu machen. „Mancher kleine Imkerverein kommt bei der steigenden Nachfrage an seine Grenzen, weil die Kurse durch unsere Ehrenamtlichen betreut werden“, bittet Frühling um Nachsicht für Wartezeiten. Den neuerdings häufig benutzten Begriff „Bienensterben“ weist er zurück: „Wir Imker kümmern uns um unsere Bienen“, stellt Frühling klar. Er freut sich über die zunehmenden Blühstreifen und Honigweiden in der Landwirtschaft und wünscht sich hier allenfalls eine noch bessere Vernetzung dieser Trachtstandorte sowie ein stetiges Blütenangebot. Wer in seinem heimischen Garten etwas für Wild- und Honigbienen tun möchte, findet unter www.deutscherimkerbund.de Anregungen für die richtige Pflanzenauswahl.

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