SPD: Anlage des Großkaliber-Schützenvereins auf Normalmaß bringen

Tierschutzverein will eventuell ein Eilverfahren gegen den Schießlärm auf den Weg bringen

Die Mitglieder des Tierschutzvereins und der SPD sind sich einig: Der Lärm muss ein Ende haben.

BARSINGHAUSEN (ta). Der Ärger um den Hannoveraner Schützenverein für Groß- und Kleinkaliber reißt nicht ab. Nachdem mehrere Monate Ruhe eingekehrt war – offenbar aus renovierungstechnischen Gründen – wird nun seit einigen Tagen wieder geschossen. Der Tierschutzverein Barsinghausen und Umgebung hatte schon beim Tag der offenen Tür im nahen Tierheim deutlich gemacht, dass unter diesen Umständen an den Bau eines neuen Hundehauses nicht zu denken sei. Die Tiere würden scheu und könnten nicht ordentlich trainiert werden, beschrieb Vorstandsmitglied Andrea Wildhagen die Situation während eines Ortstermins mit Mitgliedern des SPD-Ortsvereins. Zusammen mit dem Polizeihundesportverein Kirchdorf haben die Tierschützer eine Anwaltskanzlei mit einem Widerspruchsverfahren gegen die Erteilung der Betriebsgenehmigung für den Schießstand durch die Region Hannover beauftragt. Aufgefordert wurde zudem Niedersachsen Innenminister Boris Pistorius, die Genehmigung einer Prüfung zu unterziehen (Deister Echo berichtete). Nun prüfe der Tierschutzverein darüber hinaus, ob man ein eigenes Eilverfahren anstrengen solle, sagte Wildhagen. SPD-Vorsitzender Reinhard Dobelmann betonte, dass man sowohl die Tierschützer als auch die aus einer Vielzahl von verärgerten Anliegern und örtlichen Vereinen bestehende Bürgerinitiative gegen den Schießlärm unterstütze. Es müsse darum gehen, die Emissionen auf das normale Maß eines konventionellen Schützenvereins zu bringen. Aus Sicht der SPD gehöre die Großkaliber-Anlage in eine Halle. Hier müsse geprüft werden, ob entsprechende Gelder von der Region Hannover oder vom Regionssportbund flüssig gemacht werden könnten, wenn es nicht zu einer Widerrufung der Betriebserlaubnis komme oder der Schützenverein nicht selber in einen entsprechenden Umbau investieren könne oder wolle. Zudem wolle die SPD einen Antrag stellen, nach dem das offene Schießen mit Großkaliberwaffen in Naturlandschutzgebieten nicht mehr möglich sei, kündigte Dobelmann an.

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