SPD und Grüne fassen zukunftsweisende Grundsatzbeschlüsse für die Innenstadt

BARSINGHAUSEN (red).

In der heutigen Sitzung des Rates hat dieser mit den 19 Ja-Stimmen von SPD und Grünen zahlreiche Grundsatzbeschlüsse zur Weiterentwicklung der Innenstadt gefasst. Die Fraktionen von CDU, FDP und AFB stimmten dagegen. „Wir haben endlich ein schlüssiges Gesamtkonzept, wie es mit der Innenstadtentwicklung weitergehen soll“, betonte SPD-Ratsherr Reinhard Dobelmann dabei in der intensiven Debatte im Rat. „Es fügt sich alles ineinander und wir sind überzeugt, dass dies eine wirklich positive Entwicklung für unsere Stadt ist.“ Kontrovers wurde insbesondere die Sanierung des Fachwerkhauses am Thie diskutiert. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Andreas Lorch, warb dabei darum, mit dem Fachwerkhaus einen Ort der Begegnung zu schaffen: „Hier können Menschen zusammenkommen und wir geben auch Vereinen oder örtliche Institutionen die Möglichkeit, sich dort zur Nutzung einzumieten.“ Die Vorstellungen der CDU, nach einer städtischen Sanierung das Gebäude einen gastronomischen Betrieb zu verpachten, ist nach Auffassung der SPD unrealistisch und hat keine Chance mit Bundes- oder Landesmitteln gefördert zu werden. Konkret wurde folgende Entscheidungen getroffen:

Fachwerkhaus am Thie: Das vor einiger Zeit von der Stadt Barsinghausen für 250.000 € erworbene historische Gebäude soll nach den vom Architekturbüro Remke erarbeiteten Nutzungskonzept saniert werden. Die Nutzung soll dabei wie folgt aussehen:
• Ankermieter wird das städtische Tourismusbüro.
• Weitere Räume werden als Büro und Beratungsräume gestaltet, z.B. für das Freiwilligenzentrum, den Seniorentreff und andere ehrenamtliche Organisationen.
• Die Diele wird als Begegnungszentrum gestaltet, die aber auch für Ausstellungen, Lesungen oder Sitzungen von örtlichen Vereinen und Organisationen genutzt werden kann.
• Raum für einen zentralen barrierefreien Unisex-WC-Bereich, erreichbar von allen Nutzergruppen.
Das Obergeschoss des Hauses soll nicht ausgebaut werden, weil die Kosten den Nutzen übersteigen. Die Herrichtung des Hauses wird ca. 1.680.000 € kosten. Das Vorhaben ist jedoch förderfähig und es sind konkrete Zuschüsse bis zu ca. 800.000 € möglich. Durch die Verlagerung des Tourismusbüros und des Freiwilligenzentrums würden jährlich ca. 30.000 € Mietkosten der Stadt gespart werden. Der Einbau der öffentlichen Toilette kostet 96.000 €. Der Aussage der CDU, dass es sich um die teuerste Toilette Deutschlands handele, ist nach Auffassung der SPD eine kolossale Falschdarstellung.

Das Weiden-/Synagogengrundstück: Hier soll eine grüne Oase entstehen mit Spiel-/und Aufenthaltsmöglichkeiten. Weiterhin soll dort in angemessener und würdiger Form an die ehemalige Synagoge erinnert werden.

Das Grundstück Glockenstraße: Auf dem Platz soll in bereits erfolgter Abstimmung mit dem Seniorenrat eine Grünfläche für Sport und Geselligkeit entstehen.

Parkplätze Volkers Hof: Alle städtischen Parkplätze sollen erhalten werden. Die Fläche soll aufgewertet und im Hinblick auf das Stadtklima grüner gestaltet werden. Der ursprüngliche Plan, die gesamte Fläche zu bebauen, wird nicht weiterverfolgt.

Grüne Achse: Auch hier geht es unter anderem um das Stadtklima, die Achse vom Ziegenteich bis zu Volkers Hof soll aufgewertet und grüner werden.

Städtisches Wiesengrundstück gegenüber der Tanzschule Wöbbekind: Hier soll ein Realisierungswettbewerb durchgeführt werden, um eine städtebauliche Weiterentwicklung zu ermöglichen. Denkbar wären hier ein kleiner City-Markt, Büroflächen, Arztpraxen oder Wohnungen.

Sparkassengelände Deisterstraße 1a bis Marktstraße 4: Die Sparkasse benötigt nicht mehr das gesamte Areal und steht einer Entwicklung des Gebietes positiv gegenüber. Denkbar wären hier auch Handel, Gewerbe oder auch Gastronomie. Hier gibt es aber noch keine konkreteren Vorstellungen. Insgesamt also eine spannende Entwicklung, die SPD und Grüne maßgeblich mitgestalten wollen und werden.

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