SPD und Grüne wollen die Sanierung des Thie-Fachwerkhauses und dort unter anderem das Tourismusbüro unterbringen

CDU lehnt die Sanierungspläne strikt ab

BARSINGHAUSEN (ta/red). Auf Antrag der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen soll im nächsten Bauausschuss am Donnerstag, 11. April, über die mögliche Sanierung des alten Fachwerkhauses am Thie abgestimmt werden. Laut Beschlussempfehlung wird die Verwaltung beauftragt, bis zum 1. Oktober 2024 auf Grundlage der Modernisierungsvoruntersuchung des Architekturbüros Remke die Vorplanung einschließlich einer vorgezogenen Kostenberechnung für die Sanierung der Marktstraße 18 mit folgender Aufgabenstellung zu beauftragen:
a) Im Obergeschoss sind ein oder zwei Mietwohnungen einzurichten.
b) Im Erdgeschoss ist eine multifunktionale Büro- und Begegnungsfläche einzurichten, wobei das städtische Tourismusbüro als Ankermieter neben ein bis zwei weiteren dauerhaften Mietern (z.B. öffentlichen Beratungsstellen, Verbänden, Initiativen) vorzusehen ist.
c) Die große Diele ist dabei möglichst als räumliche Einheit für öffentliche Begegnungen zu erhalten.
d) Die optionale Schaffung einer öffentliche Toilettenanlage ist zu prüfen.
Sofern noch nicht bereits ausreichend geschehen, sind alle Voruntersuchungen bezüglich Gründung, Zustand Balkenwerk etc. bis dahin als Grundlage für die weitere Planung abzuschließen. Parallel ist die Nutzung durch die angeführten öffentlichen Beratungsstellen (wie z.B. Seniorenberatung, Rentenberatung der Deutschen Rentenversicherung u. ä.), Verbände und Initiativen zu prüfen. Die Verwaltung wird außerdem beauftragt, für die Planung konkrete Fördermöglichkeiten zu prüfen, einzuwerben und die notwendigen Beschlüsse hierzu vorzubereiten.

Die CDU lehnt die Sanierung des Fachwerkhauses strikt ab und teilt dazu mit: „Die Barsinghäuser CDU-Fraktion äußert große Bedenken hinsichtlich der Prioritätensetzung und des Krisenmanagements des Bürgermeisters. Angesichts der prekären finanziellen Situation der Stadt, die sich in einem Haushaltsdefizit von über drei Millionen Euro widerspiegelt, sowie dem dringenden Sanierungsbedarf des Hallenbades, des Freibades Goltern und des Schulzentrums am Spalterhals fordert die CDU-Fraktion eine strategische Neuausrichtung der Politik in Barsinghausen. Die CDU-Fraktion kritisiert, dass der Bürgermeister bei schwierigen Themen nicht präsent ist und keine klaren Visionen oder Pläne für die Zukunft Barsinghausens vorlegt. Besonders die Vernachlässigung der Einführung einer verlässlichen Ganztagsgrundschule, das Ausbleiben eines Grundsteinlegungstermins für das neue Wasserwerk sowie die fehlende Planung für die Sanierung der Straßen und Infrastruktur zeugen von einer mangelnden Führung und Verantwortungsübernahme. Erschwerend kommt hinzu, dass Projekte, die der Bürgermeister vor seiner Wahl als Chefsache deklariert hatte, wie die Sanierung der Schulen oder die Verbesserung der kommunalen Infrastruktur, stagnieren oder nicht angegangen werden. Währenddessen werden Vorhaben seines Vorgängers Marc Lahmann, wie der Neubau der Wilhelm-Stedler-Schule, auf die eigenen Fahnen geschrieben und medial in Szene gesetzt, ohne dass neue Ideen erkennbar wären. Die jüngsten Vorschläge der SPD und der Grünen für die Sanierung des Fachwerkhauses in der Marktstraße, ein Projekt unter dem Namen „Marktstraße 18″, welches unter anderem eine Wohnung, das Tourismusbüro und möglicherweise eine öffentliche Toilette auf Kosten der Steuerzahler umfassen soll, hat die Kritik der CDU-Fraktion weiter verstärkt. Der entsprechende Antrag von SPD und Grünen soll am Donnerstag im Bauausschuss beraten werden. Angesichts der finanziellen Herausforderungen, vor denen Barsinghausen steht, hält die CDU-Fraktion diesen Antrag von SPD und Grünen für unverantwortlich und lehnt jegliche Unterstützung für das Vorhaben ab. Wer in diesen Zeiten ein Fachwerkhaus sanieren will, hat die wahren Probleme Barsinghausens nicht verstanden. Die CDU-Fraktion betont die Notwendigkeit, dass der Bürgermeister sich den wesentlichen Aufgaben widmet, transparente und nachvollziehbare Entscheidungen trifft und der Bevölkerung von Barsinghausen eine klare Vision und realisierbare Pläne für die Zukunft präsentiert. Nur so könne das Vertrauen in die städtische Führung gestärkt und die anstehenden Herausforderungen gemeistert werden.“

Fotos: privat (Archiv) / CDU