Stadt beharrt auf Fällung der Buchen: Schlagabtausch im Bauausschuss

Wer hat Recht bei der Interpretation eines vorliegenden Gutachtens?

EGESTORF (ta). Der Streit um den Erhalt oder die Fällung von elf Rotbuchen auf dem Spielplatz in der Straße Am Schützenplatz schaukelt sich immer weiter hoch und sorgte nun auch im Bauausschuss für unüberhörbare Misstöne. Erst kürzlich hatten sich neben den örtlichen Naturschutzverbänden auch zahlreiche Anwohner für den Fortbestand der alten Bäume ausgesprochen. Zudem war in der letzten Woche eine Liste mit Unterschriften an Bürgermeister Henning Schünhof überreicht worden. Die Grünen wiederum hatten sich wiederholt dafür ausgesprochen, den in seinem jetzigen Zustand kaum nutzbaren Spielplatz an einem alternativen Standort neu aufzubauen. Im Zentrum der Auseinandersetzungen steht auch die inhaltliche Interpretation eines bereits vorliegenden Gutachtens. Die Stadtverwaltung favorisiert aus Gründen der Verkehrssicherheit hingegen die Fällung des Buchenbestands und den Neubau des Spielplatzes an Ort und Stelle. Baudirektor Ingo Ellerkamp kündigte im Ausschuss an, dass vor der vom Verwaltungsausschuss beschlossenen Fällung der Bäume noch ein Artenschutzgutachten erstellt werden solle. Die finale Entscheidung über die Zukunft der Bäume liege im Ermessen der Stadt Barsinghausen. Rainer Bernsdorff von der Verwaltung sagte, das schon vorliegende Gutachten habe sich ausschließlich auf den Zustand der Buchen bezogen. Am Schützenplatz sei deshalb kein Spielplatzbetrieb mehr möglich. Die NABU-Vorsitzende, Elke Steinhoff, forderte erneut den Erhalt der Buchen und eine Verlegung des Spielplatzes ein. Ausschussvorsitzender Gerald Schroth (CDU), betonte, die Kritiker der Baumfällungen müssten endlich mal die Fakten aus dem Gutachten zur Kenntnis nehmen. Offensichtlich habe nicht jeder das Gutachten durchgelesen. Auf diese Äußerung reagierte Grünen-Fraktionssprecher Christian Röver empört, man habe das Gutachten zu den Buchen sehr wohl gelesen. Sein Parteikollege, Helmut Freitag, wies darauf hin, dass das besagte Gutachten den Bäumen noch eine jahrzehntelange Lebensdauer attestiere. Der Entschluss des Verwaltungsausschusses sei hingegen rein politischer Natur. Baudirektor Ingo Ellerkamp erklärte, die Stadt habe für die Verkehrssicherheit der Bäume zu sorgen, auch wenn das Thema hohe Wellen schlage. Teilweise seien Verwaltungsmitarbeiter schon in nicht akzeptabler Weise verbal angegangen worden.

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