Stunde der Gartenvögel: Mehlschwalben und Mauersegler haben es schwer – Haussperling landet auf Platz 1

NABU veröffentlicht Ergebnisse zur bundesweiten Zählaktion

Gebäudebrüter, wie Mehlschwalben oder Mauersegler, werden immer seltener gesichtet.

REGION/NIEDERSACHSEN (red). Mehlschwalbe und Mauersegler nehmen ab: Das Endergebnis der 19. „Stunde der Gartenvögel“ bewahrheitet leider die bereits veröffentlichten Zwischenergebnisse. „Bedauerlicherweise zeigen die Ergebnisse mehr als deutlich, dass der starke Abwärtstrend bei den gebäudebrütenden Insektenfressern ungebremst voranschreitet“, bestätigt Matthias Freter vom NABU Niedersachsen. „Sichtungen von Mauerseglern gingen in Niedersachsen im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent, in ganz Deutschland sogar um 37 Prozent zurück. Auch Mehlschwalben meldeten die Teilnehmenden seltener: Sie wurden bei uns um 25 Prozent weniger gesichtet als noch im Jahr 2022. In ganz Deutschland ist ein Rückgang von 22 Prozent zu verzeichnen.“ Vermutlich hänge der Rückgang der Gebäudebrüter mit fehlenden Nist- und Brutmöglichkeiten aufgrund von nicht-vogelfreundlichen Gebäudesanierungen zusammen. Auch das Insektensterben leiste seinen Beitrag, betont Freter. Der NABU appelliert daher an alle Hausbesitzer*innen, die Arten zu unterstützen, indem sie die Tiere willkommen heißen und entsprechende Nistmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Für ihren Einsatz für mehr Vogelschutz können sich Beteiligte mit der NABU-Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ auszeichnen lassen. Besser sehen hingegen die Zahlen bei den Meisen- und Finkenarten aus. Sie wurden am diesjährigen Zählwochenende bundesweit häufiger gesichtet als 2022. Matthias Freter sieht den Grund dafür im vergangenen Mastjahr: „Da es im Winter eine Große Fülle an Baumfrüchten gab, konnten wahrscheinlich mehr Meisen und Finken als sonst den Strapazen des Winters standhalten. Dennoch scheinen leider einige Finkenarten, wie der Grünfink, im mehrjährigen Trend leicht abzunehmen.“

Haussperling landet wie im Vorjahr auf Platz eins: Rekordhalter in Niedersachsen ist ebenso wie im Vorjahr der Haussperling. Auch die Amsel nimmt wie im vergangenen Jahr auf dem Siegertreppchen Platz und belegt Rang zwei. Auf der dritten Stufe gab es im Vergleich zur letzten Zählung eine Platzverschiebung: Dieses Jahr konnte ihn die Kohlmeise ergattern. Der Star fällt auf den vierten Platz zurück, gefolgt von der Blaumeise, die, ebenso wie letztes Jahr, am fünfthäufigsten gesichtet wurde. Bundesweit zeigt sich die Top 5 identisch besetzt. Und schon bald können alle wieder mitzählen: Denn schon im Juni geht es mit dem „Insektensommer“ des NABU weiter. Vom 2. bis 11. Juni warten dann Schmetterlinge, Käfer, Ameisen, Bienen und Co. darauf, entdeckt zu werden.

Text: NABU / Foto: ta