Theatersaison von CC & Co startet mit neuer Vorsitzenden und einem mehr als aktuellen Klassiker durch

Rund 400 Zuschauer ließen sich von Lessings „Nathan der Weise“ fesseln

BARSINGHAUSEN (red). Mit der neuen Vorsitzenden Helga Winkler und dem Stück „Nathan der Weise“ hat CC & Co die Theatersaison 2018/2019 eröffnet. Helga Winkler dankte zu Beginn Norbert Wels für die Arbeit, die er 25 Jahre lang für den Verein geleistet hat und stellte dem Publikum den Vorstand und den Beirat vor. Dann übernahm das Theater für Niedersachsen die Bühne der Aula am Spalterhals.

Der reiche Jude Nathan, der von einer längeren Reise zurückkehrt, erfährt, dass seine Tochter Recha von einem Tempelherrn aus seinem brennenden Haus gerettet wurde. Der verliebt sich in Recha und erfährt, dass sie Christin ist und von Nathan nur großgezogen wurde. Der Tempelherr wiederum wurde von dem muslimischen Herrscher Sultan Saladin begnadigt, weil er dessen verstorbenen Bruder so ähnlich sieht. Da Saladin in Geldnöten steckt, lässt er Nathan zu sich kommen, doch statt ihn direkt um Geld zu bitten, fragt der den „weisen“ Nathan zunächst, welche Religion denn nun die richtige sei. Nathan antwortet mit einem „Märchen“ und Saladin erkennt die darin versteckte Botschaft von der Gleichberechtigung der Religionen. Doch mehr noch stellt sich am Ende heraus, dass der Tempelherr nicht nur der Bruder von Recha, sondern auch der Sohn von Saladins Bruder ist, womit sich eine enge „Verwandtschaft“ der jüdischen, christlichen und muslimischen Religionsfamilie ergibt.

Dem Team Bettina Rehm (Regie), Julia Hattstein (Ausstattung) und Cornelia Pook (Dramaturgie) gelang es, das Stück (geschrieben 1779) dezent in die Gegenwart zu verlagern und damit die erschreckende Aktualität des Stückes umso deutlicher zu machen. In einer großartigen Leistung schaffte es das Ensemble, die knapp 400 Zuschauer bis zum Schluss zu fesseln. Der langanhaltende Applaus war dann auch ein mehr als verdienter Lohn. Ein gelungener Einstieg in die neue Theatersaison, die bereits am 7. November mit dem Stück „Vater“ (20.00 Uhr, Theater am Spalterhals) fortgesetzt wird.

Foto: Falk von Traubenberg