Umwandlung von Klärschlamm in Energie hilft dem Klima und ist wirtschaftlich

Ab August beginnt beim Klärwerk der Bau von zwei großen Faulbehältern / 5,44 Millionen Euro werden investiert

V.li.: Torsten Holzhausen, Leiter des Stadtentwässerungsbetriebs, Abwassermeister Heiko Bartling und Ingenieur Thomas Narajek zeigen den künftigen Standort der Faulbehälter.

NORDGOLTERN (ta). Der Stadtentwässerungsbetrieb Barsinghausen steht vor einer weiteren Optimierung bei der Reinigung des Abwassers und der Verwertung von anfallendem Klärschlamm. Wie Betriebsleiter Torsten Holzhausen, Abwassermeister Heiko Bartling und Diplomingenieur Thomas Narajek von der Planungsgesellschaft PFI jetzt bekanntgaben, werde man ab August mit dem Bau von zwei 13 Meter hohen Faulbehältern auf dem Gelände des Klärwerks beginnen. Bisher wird der dort anfallende Klärschlamm entwässert und anschließend von der Landwirtschaft verwertet. Diese Methode sei aber nicht wirklich wirtschaftlich, so Holzhausen. Durch den Bau der beiden Behälter solle der Schlamm in einem Faulprozess versetzt werden und das entstehende Gas in einem Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Elektrizität und Wärmeenergie nutzbar gemacht werden. Das Prinzip ähnele dem bei Biogasanlagen. Die Endprodukte Strom und Wärmeenergie sollen dann vor Ort für den Eigenbedarf des Gruppenklärwerks genutzt werden, so dass man weniger Strom einkaufen müsse. Dies werde mit der geplanten Inbetriebnahme der Anlage zu erheblichen Einsparungen führen. Und darüber hinaus müssten rund 1700 Tonnen an Klärschlamm pro Jahr (= ein Drittel) weniger abgefahren werden. Dies rechne sich sowohl betriebswirtschaftlich als auch ökologisch, denn mit der Umsetzung werde die städtische Stadtentwässerung mit einer Kohlendioxid-Einsparung in der Größenordnung von 415 Tonnen im Jahr einen Betrag zum Klimaschutz leisten. Der Abschluss des Projektes sei für Dezember vorgesehen, so Holzhausen, Narajek und Bartling. Damit das Klärwerk beim Energiebedarf weitestgehend autark werde, sei auch noch die Installation einer Photovoltaik-Anlage vorgesehen. Die Investitionen betragen 5,44 Millionen Euro und die Baugenehmigung liegt auch schon vor. Gefördert wird das Projekt über die N-Bank mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung in Höhe von einer Millionen Euro. Für die Bürger in Barsinghausen bedeute die neue Technik, dass die Abwassergebühren zumindest nicht steigen, betonte Holzhausen abschließend.

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