HANNOVER-BURGDORF (red).
Ausgerechnet Maxim Orlov, der in der kommenden Saison nach Hannover wechselt machte die 15 Sekunden vor Schluss mit seinem Treffer die Blamage perfekt. Nach ihrer zumindest im Angriff schlechtesten Saisonleistung unterlagen die Recken dem Tabellenletzten 1. VfL Potsdam mit 26:27 (12:12). „Es tut extrem weh, es tut mir vor allem leid für die Fans, die uns die ganze Saison unterstützen“, sagte Kapitän Marius Steinhauser nach der unnötigen aber in Summe nicht unverdienten Niederlage.
Es ging gut los: „Die Deckung wehrte den ersten Angriff des bereits als Absteiger VfL ab und Steinhauser traf nach genau zwei Minuten zum 1:0 – danach ging nicht mehr viel. Die Partie erinnerte zu Beginn vom Verlauf an das Heimspiel gegen die MT Melsungen. Nach zehn Minuten führte Potsdam mit 5:2. Den Recken fehlten Ideen und vor allem Tempo. Dann wurde es besser Hannes Feise glich per Doppelpack zum 7:7 (19.) aus. Doch Hannover verfiel wieder in den alten Trott und durfte sich bei Torhüter Joel Birlehm bedanken, der den erneuten Drei-Tore-Rückstand verhinderte. Ein ums andere Mal musste der Ballführende sogar schauen, welcher Mitspieler frei war. So sprang der Funke nie auf die 9373 Fans in Arena über. Die Partie erinnerte eher an die Sommervorbereitung. Das beste zur Pause war das Ergebnis.
„Vollgas jetzt“, forderte der Hallensprecher zu Beginn der zweiten Hälfte. Die nötige Energie brachte aber erst ein gehaltene Siebenmeter Birlehms. Der Abpraller landete zwar bei Potsdam, doch trotz Unterzahl schnappte sich die Abwehr den Ball. Marian Michalczik erzielte mit purem Willen das 15:14 (37.). Endlich war Stimmung in der Bude und die Recken nach dem Gegenstoß von Steinhauser zum 18:16 wenig später das erste Mal mit zwei Toren in Front. Lukas Stutzke legte den 19. Treffer nach, in den gewohnten Schwung kamen die Hausherren nicht. Nach 48 Minuten war beim 21:21 wieder alles offen. Prokop bat zur zweiten Auszeit. Ein gelungener Freiwurftrick – Vald Kulesh legte auf Renars Uscins ab – brachte wieder die Führung. Deutschlands Handballer des Jahres, dem insgesamt wenig gelingen wollte, erhöhte auf 24:22 (53.) und weckte endgültig die Fans auf. Die Unterstützung half nicht, denn ihre Mannschaft machte weiter unglaubliche Fehler. Potsdam bestrafte das eiskalt und lag zweieinhalb Minuten vor Schluss 26:25 vorn.
Bericht: Uwe Serreck