BARSINGHAUSEN (red).
Welche Produkte lassen sich aus Friedhofsmüll herstellen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt ZWEIKOMMASIEBEN, das die Stadt Barsinghausen und die Hochschule Hannover gemeinsam mit dem Künstler Simon Kux durchführen. Was dabei rausgekommen ist, konnte in den vergangenen Wochen bei einer Vernissage und einer Ausstellung im Bücherhaus am Thie bestaunt werden. Blumentöpfe, Grablichter und Folie – diese Dinge machen den Hauptteil des Abfalls aus, die in den Mülltonnen auf dem Barsinghäuser Friedhof landen. 2,7 Tonnen sind es jedes Jahr – und in den meisten Fällen wird der Abfall verbrannt, obwohl ein großer Teil dieses Abfalls, nämlich rund 1,5 Tonnen, gut bis sehr gut recyclebar sind. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, hat die Stadt Barsinghausen gemeinsam mit der Hochschule Hannover und dem Künstler Simon Kux dieses Projekt ins Leben gerufen, bei dem Studierende aus dem recyclebaren Abfall sieben Produkte designt haben. Die Ergebnisse dieses Projekts konnten ab dem 25. April im Bücherhaus am Thie bestaunt werden. „Es war ein voller Erfolg“, so die Einschätzung von Klimaschutzmanager Florian Fiedler.
Die Produkte wurden von den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern mit großem Interesse bestaunt, so Florian Fiedler weiter. Zu sehen waren kreative und funktionale Objekte wie ein Multitool für Fahrradfahrer, Stempel mit Barsinghausen-Motiven, eine Laterne mit filigranen Mustern, die Flora und Fauna des Deisters darstellen, ein Sprossenturm in Form des Deisters, Schienbeinschoner sowie ein liebevoll gestalteter Zwitscherkasten.
Zur Auftaktvernissage am 25. April kamen neben Vertretern aus Politik, Stadtverwaltung und der Hochschule auch zehn Bürgerinnen und Bürger, die die Verlosung der Tickets zur Veranstaltung gewonnen hatten. Die rund dreißig Gäste hatten während der Vernissage nicht nur die Gelegenheit, die vielseitigen kreativen Projekte als erste zu sehen: Während der Vernissage berichteten fünf der am Projekt beteiligten Studierenden über die Hintergrundgeschichte und die Entstehungsprozesse hinter den Produkten. Während der folgenden Zeit war die Ausstellung für alle Interessierten zugänglich. Nach zwei Wochen im Bücherhaus zieht die Ausstellung nun weiter. Ab Juni werden die Produkte in der Buchhandlung an der Marktkirche Hannover ausgestellt Die entstandenen Formen und Modelle stehen nun zur Verfügung, um die Produkte in Serie zu produzieren – etwa für das Tourismusbüro oder lokale Geschäfte. Damit bleibt nicht nur der Gedanke des Recyclings lebendig, sondern auch die kreative Energie der Studierenden sichtbar und greifbar. Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel für gelebten Klimaschutz, kreative Nachwuchsförderung und regionale Identifikation – und könnte als Blaupause für ähnliche Initiativen in anderen Kommunen dienen.
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