Viel ehrliche Arbeit: Recken schlagen Stuttgart

HANNOVER-BURGDORF (red).

Es war keine Handballgala, aber ein Triumph des Willens. Nach einer schwierigen Woche mit vielen Kranken beendete die TSV Hannover Burgdorf die erste Halbserie in der Bundesliga mit einem hochverdienten 28:22 (13:12)-Erfolg gegen den TVB Stuttgart. Kapitän Marius Steinhauser, der nach langer Verletzung sein Comeback feierte, strahlte hinterher über das ganze Gesicht: „Es war wunderschön wieder dabei zu sein. Ein Sieg macht es umso schöner.“ Dabei waren nicht alle im Vollbesitz ihrer Kräfte. „Jeder, egal ob Erkältung oder Grippe hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Wir haben uns nie unterkriegen lassen“, sagte Steinhauser.“

Trainer Christian Prokop und Kreisläufer Justus Fischer wurden nicht rechtzeitig fit. Grundstein zum Sieg war eine überzeugende Defensive. Die machte den Ausfall ihres Abwehrchefs mit Leidenschaft und einem starken Simon Gade im Tor wett. August Pedersen verballerte allerdings zu Beginn gleich einen Siebenmeter und Steinhauser fehlte im Gegenstoß das Timing. Im zweiten Versuch machte er es besser und traf zum 4:2 (7.). Im Angriff war der Ausfall der etatmäßigen Kreisläufer – Thomas Solstad fehlt schon länger – in der Folge spürbar. Dafür holte das Team etliche Abpraller und ging mit einem 3:0-Lauf wieder 9:8 (17.) in Führung. Das Visier des Kapitäns war noch nicht wieder justiert. Nach 20 Minuten ließ der Kapitän bereits seinen dritten Gegenstoß liegen. Dafür war Leif Tissier hellwach. Er scheiterte, blieb aber als einziger stehen, schnappte sich den Abwurf des TVB-Keepers und netzte zum 11:9 (23.). Der Rest der ersten Hälfte war viel Kampf und Krampf. Weil Luis Rodriguez beim Freiwurf schnell schaltete (die Stuttgarter Abwehr befand sich im Tiefschlaf) und Daniel Weber bediente, ging es mit einer Führung in die Pause.

Auch nach Wiederanpfiff gab es wenig spielerische Leckerbissen, aber viel ehrliche Arbeit. Die Recken Fans waren trotzdem bester Laune. Renars Uscins per Doppelpack und Pedersen erhöhten auf 16:12 (36.). Spielfluss kam weiterhin nicht auf, wozu die Unparteiischen mit vielen kleinlichen Pfiffen ihren Teil beitrugen. Aber  Hannover hielt den Vorsprung. Jonathan Edvardsson erhöhte zehn Minuten vor dem Ende zum 23:18 das erste Mal auf plus fünf. Stuttgart riskierte danach mit einer offenen Deckung alles, aber Edvardsson und Uscins machten mit dem Doppelschlag zum 26:21 (56.) den Deckel drauf.

Bericht: Uwe Serreck