Waldkindergarten Göxe kann ab März alle Plätze belegen

GÖXE (red).

Glückliche Kinder, glückliche Eltern: Im Waldkindergarten in Göxe geht es nach vorn. Nachdem Eltern aus dem Ort vor ca. zwei Jahren den Kindergarten gegründet haben, sind ab dem nächsten Frühjahr alle 15 Plätze belegt. “In Barsinghausen gibt es immer noch zu wenig Kita-Plätze. Mit der Elterninitiative in Göxe wollen wir für neue Betreuungsmöglichkeiten sorgen und den Ort für junge Familien attraktiver machen,” sagt Anette Bunnenberg-Ihßen. Sie arbeitet als Kunsttherapeutin in der Jugendhilfeeinrichtung Waldhof in Barsinghausen-Mitte und hat die Initiative gemeinsam mit Eltern aus dem Ort angestoßen, Konzepte aufgesetzt und Anträge bei der Stadt, der Region Hannover und dem Land Niedersachsen gestellt. Mit Erfolg: Seit über zwei Jahren ist der Kindergarten in Betrieb. Seit dem Frühjahr 2020 steht am Waldrand in Göxe auf einem ca.1000 Quadratmeter großen Gelände ein bunter Rundwagen. Er dient den Kindern als Unterschlupf, wenn es draußen zu ungemütlich ist. Das Gelände um den Rundwagen war bis vor kurzem der stark verdichtete Rand eines Ackers, auf dem sich bei längeren Regenfällen eine bis zu 40 Quadratmeter große Pfütze bildete. Hier wurde von den Mitgliedern des Vereins und engagierten Eltern viel geleistet. Zunächst wurden Büsche und Bäume in Abstimmung mit dem Team Landschaftsschutz und dem Amt für Umweltbelange der Stadt Barsinghausen gepflanzt, dann Rasen gesät und Wildblumenflächen angelegt. Später kam ein Insektenhotel vom Nabu, ein Mini-Gemüsebeet und ein Baumkindergarten dazu, in dem die Kinder Nüsse, Kastanien und Bucheckern einpflanzen, pflegen und wachsen sehen können. Den größten Teil des Tages verbringen die Kinder mit den ErzieherInnen aber im Wald. “Die Naturpädagogik, viel Bewegung und die frische Luft sind gesund  für die Kinder und fördern ihre Entwicklung, sagt Anette Bunnenberg-Ihßen. Und weiter: “Gerade heute, in Zeiten der Klimakrise ist es wichtig, dass die Naturverbundenheit auch in der Pädagogik gefördert wird.“

Initiativ-Kindergärten wie der Waldkindergarten Göxe stemmen einen erheblichen Teil der Kita-Plätze. Rund 12% der Plätze in Barsinghausen entstanden bisher dank des Engagements aus der Elternschaft. Sie ergänzen die städtischen Angebote und sparen auch Kosten. Da die Vereinsarbeit von ehrenamtlichen Eltern übernommen wird, fallen teure Overheadkosten weg. “Leider würdigt die Stadtverwaltung das Engagement der Eltern manchmal zu wenig,” findet Tiina-Thoore Tiainen, Dipl.Psych., Mitbegründerin und Vorstandsfrau des Vereins „Leben in Göxe e.V.“ – dem Träger des Waldkindergartens. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, die zunächst die Gründung des Kindergartens unterstützt habe, sei in der Zeit seit Beginn der Coronakrise schwieriger geworden. Hierfür gibt es durchaus Verständnis im Verein, dem bekannt ist, dass das Kinderbetreuungsamt personell unterbesetzt ist. „ Wir wünschen uns gerade in schwierigen Situationen einen kooperativen Umgang auf Augenhöhe. Außerdem wäre uns mehr Verständnis dafür wichtig, dass die Verwaltungsangestellten mit Ehrenamtlichen verhandeln, die oft keine Verwaltungserfahrung haben und ihre Arbeit in den Elterninitiativen in ihrem Feierabend leisten.“ In den letzten Wochen habe es Gespräche gegeben, die Hoffnung auf eine bessere Zusammenarbeit in der nächsten Zeit machten.  Vor allem wünsche man sich mehr Wertschätzung, so Daniela Mattern, die als Kinderbetreuungsperson im Stadtgebiet Barsinghausen tätig ist. Sie ist die dritte Vorstandsfrau im Trägerverein des Waldkindergartens. Doch auch wenn der Kontakt mit der Verwaltung nicht immer leicht sei: Den Eltern des Waldkindergartens gehe es vor allem darum, dass ihre Kinder einen schönen Kita-Platz haben. Denn wenn die Kinder glücklich seien, würden sich auch die Eltern freuen.

Fotos: Gerheide Knüttel / privat