Warnstreik: Bergmann-Beschäftigte kämpfen um mehr Lohn in der Tüte

Laut IG Metall lehnt die Geschäftsleitung Verhandlungen über Tarifverträge ab

BARSINGHAUSEN/GROßGOLTERN (red). Am heutigen Freitag fand bei der Firma Bergmann Automotiv (Gießereiweg) ein zweistündiger Warnstreik statt. Hintergrund ist laut IG Metall der Beschluss der Gewerkschaftsmitglieder, erneut den Anschluss über zeitlich längere Schritte an die Flächentarifverträge der Metallindustrie durchzusetzen. Die Geschäftsleitung habe Verhandlungen mit der IG Metall über Tarifverträge abgelehnt. Nach Warnstreiks in 2019 konnte 2020 ein Tarifergebnis unter den Bedingungen der Pandemie erzielt werden. Das Ergebnis beinhaltete keine dauerhafte Anbindung an die Metallindustrie, sondern einzelne Regelungspunkte, insbesondere eine bis Sommer 2022 laufende Beschäftigungssicherung. Mit dem Auslaufen dieser Tarifregelungen sei gleichzeitig eine Massenentlassung von über 50 Beschäftigten vorbereitet worden, die mit Beginn des Jahres 2023 wirksam geworden sei, so die Gewerkschaft. Mittlerweile schreibe der Betrieb wieder deutlich schwarze Zahlen, an denen die Beschäftigten mit Tarifregelungen beteiligt werden wollen. In der Tariffrage fühlten sich aktuell IG Metall-Mitglieder und auch der Betriebsrat von verschiedenen Führungskräften unter Druck gesetzt, kritisiert Ingo Arlt von der IG Metall. Gewerkschaftssekretär Arlt kritisierte außerdem scharf das Verhalten einiger Führungskräfte, die Gewerkschaftsaustrittsformulare verteilten oder in einem Aushang behaupten, der Betriebsrat hätte eine Befragung durchgeführt. „Die Befragung war eine Abstimmung der Gewerkschaftsmitglieder auf einer Mitgliederversammlung. Der Aushang legt an dieser Stelle nahe, dass der Betriebsrat von einem Arbeitsgericht deswegen suspendiert werden könnte“, so Arlt. Solidarische Grüße überbrachten persönlich IG Metall-Vertrauensleute von ZF Wabco und Volkswagen.

Fotos: IG Metall