Wenn der Wald würzig duftet: Worauf man beim Bärlauchpflücken achten sollte

REGION (red).

Wenn es im Wald nach Knoblauch duftet, ist die Bärlauchsaison in vollem Gange. Bärlauch, auch Waldknoblauch oder wilder Knoblauch genannt, ist eine essbare Wildpflanze: Ob als Pesto, als würzige Zutat für Salate oder als Füllung für Bärlauch-Crêpes – die zarten Blätter sind nicht nur eine beliebte Bereichung des Speiseplans, sondern auch gesund: Bärlauch enthält Vitamin C und bringt das Immunsystem nach dem Winter wieder auf die Beine. Ein echter Muntermacher! Am besten schmeckt Bärlauch bis zur Blütezeit Ende April oder Anfang Mai. Die Blüten können aber auch später noch als essbare Dekoration über Salate und Aufläufe gestreut werden. Bärlauch wächst im zeitigen Frühjahr in schattigen Laubwäldern, auf feuchten, nährstoffreichen, tiefgründigen und nicht zu sauren Böden in der Nähe von Bächen und in Auwäldern. In Deutschland ist er im Süden und in der Mitte recht häufig, erst nördlich einer Linie Münster-Hannover nehmen die Bestände deutlich ab, in weiten Teilen des norddeutschen Tieflandes fehlt der Bärlauch.

Worauf man beim Sammeln achten sollte: Grundsätzlich sollte man nie mehr als den eigenen Tagesbedarf sammeln und nicht ganze Flächen leer räumen. Pro Pflanze sollte möglichst nur ein Blatt geerntet werden und zwar ganz unten am Stängel. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln von Pflanzen jeglicher Art generell verboten. Wer den Bärlauch lieber in der Natur belassen möchte, kann ihn auch im eigenen Garten anpflanzen. Setzlinge gibt es in vielen Gärtnereien und oft auch auf dem Wochenmarkt zu kaufen. Vor der Verarbeitung sollte man die Blätter gründlich waschen.

Daher hat der Bärlauch seinen Namen: Die alten Germanen schätzten den Bärlauch als besonderes Stärkungsmittel. Da die Bären sich nach dem Winterschlaf den Bauch mit Bärlauch füllten, glaubte man, die Kräfte des Bären gingen auf den Lauch über und dann wieder auf die Menschen, wenn sie diese Pflanzen verzehrten.

Text: NABU / Fotos: ta