Wer küsst das Anna-Forcke-Stift aus dem Dornröschenschlaf?

Einstiges architektonisches Schmuckstück steht jetzt zum Verkauf

Anna Focke Stift 1908BARSINGHAUSEN (gk). Über Jahrzehnte war es ein architektonisches Schmuckstück. Auf Postkarten verewigt wurde seine Schönheit in weite Teile der Welt getragen. Und noch heute, durch einen Brand, dessen Schaden nicht bereinigt wurde, und durch Vandalismus arg beeinträchtigt, wird  es immer noch als „hochwertiges Denkmal“ bezeichnet. Es handelt sich um das ehemalige Anne-Forcke-Stift in der Bergstraße, das im Internet für 380.000 Euro zum Kauf angeboten wird. Die Denkmalpflegerin der Stadt Barsinghausen, Marina Hettwer, bezeichnet das Angebot als günstig, da  im vorderen Bereich des etwa 6000 Quadratmeter großen Grundstücks Bauplätze ausgewiesen seien. Lediglich die Fassade stehe noch unter Denkmalschutz. Um die Jahrhundertwende wurde das  Damenstift für die Unterbringung von alten und kranken Schwestern gebaut. Die 50 Zimmer verfügten bereits alle über einen eigenen Wasseranschluss. Benannt wurde die Villa nach Anne Forcke, einer Diakonisse und langjährigen Leiterin des Henriettenstiftes in Hannover. Bis 1998 wurde es als Stift genutzt, seither ist es unbewohnt. Im Mai 2012 beschädigte ein Brand das Obergeschoss. Die Schäden wurden nicht behoben, was von der Denkmalpflegerin sehr bedauert wird. Auch Spuren von Vandalismus seien im ganzen Gebäude zu finden.

Unbenannt

Barsinghausen, Anna Focke Stift um 1912

anna focke stift um 1910

Bericht: Gerheide Knüttel

Foto: privat