HANNOVER-BURGDORF (red).
Die hannoverschen Fans in der ZAG-Arena bekamen mal wieder maximales Drama. Erst sieben Sekunden vor Schluss erlöste August Pedersen mit seinem Siebenmeter zum 30:28 (15:14)-Endstand die Anhänger. Die Spieler waren kaum zu bändigen in ihrem Jubel. Bei aller Freude über den zweiten Heimsieg: Gegen einen anderen Gegner hätte es an diesem Abend in keinem Fall gereicht. 18 technische Fehler und Ballverluste sind normalerweise zu viel, um in der Liga ein Spiel zu gewinnen. Glück für die Mannschaft von Carlos Pastor: Hamburg produzierte deren 21 !!
Schon der Start war aus hannoverscher Sicht eine Katastrophe. Drei Fahrkarten und drei technische Fehler, da dauerte es sechs Minuten bis Daniel Weber im Gegenstoß der erste Treffer gelang. Nach zwei weiteren Gegenstößen durch Justus Fischer und Sebastian Heymann war Hannover beim 3:3 (9.) endlich im Spiel. Die Stimmung der 6402 Fans in der Arena stieg, denn Hamburg warf weiter die Bälle weg – Renars Uscins bestrafte das nach einer Viertelstunde mit dem 8:4. Uscins und Justus Fischer, bis dahin mit vier Treffern bester Schütze, bekamen eine erste Pause. Mit den Wechseln schlug das Pendel wieder zugunsten der Gäste aus, die nach 20 Minuten zum 9:9 egalisierten. Wie schon zum Saisonauftakt gegen die Rhein Neckar Löwen verloren die Recken Mitte der ersten Hälfte den Faden und gerieten 11:13 (27.) in Rückstand. Die einzige Konstante beider Teams war die Flut von Fehlern. Weil jetzt wieder Hamburg patzte, traf Jonathan Edvardsson praktisch mit der Sirene zum 15:14-Pausenstand.
Das Niveau der Partie blieb auch nach Wiederanpfiff überschaubar, die Partie wurde dafür immer dramatischer. In der 40. Minute herrschte allerdings Stille in der Arena – Hamburgs Moritz Sauter rutschte aus und verdrehte sich vermutlich das Knie. Ein Schockmoment für die Gäste. Vilhelm Poulsen nutzte diesen per Doppelpack zum 22:19 (43.). Sicherheit gab der Vorsprung nicht. Das unglaubliche Fehlerfestival ging weiter. 120 Sekunden später war wieder alles offen. Immerhin – Joel Birlehm (war im Tor für Simon Gade gekommen) verhinderte den Rückstand. Bis zum 25:25 blieb es eng, dann entdeckten die Recken endlich ihre Abwehrstärke und die Partie wurde zu einer Schlacht um jeden Zentimeter Hallenboden mit dem besseren Ende für die TSV. Wie schon gegen die Löwen beendete die Humba den Abend. Klar ist: Am nächsten Samstag in Kiel muss eine Steigerung her. So reicht es beim Rekordmeister nicht!
Bericht: Uwe Serreck