„Wir sind extrem abhängig vom Deisterwasser und gehen sorgsam mit der Ressource um“

Die AG 60+ der SPD hatte zusammen mit den Stadtwerken zu einer Besichtigung eines Hochbehälters im Deister eingeladen / Trotz des trockenen Sommers gibt es keine Engpässe bei der Wasserversorgung in Barsinghausen

BARSINGHAUSEN (ta). Groß war das Interesse an einem Ortstermin der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60+, die zusammen mit den Stadtwerken zu einer Besichtigung des oberhalb der Deisterstraße gelegenen Hochbehälters eingeladen hatte. Als kompetente Ansprechpartner standen Jochen Möller, Geschäftsführer der Stadtwerke, René Bloise vom Wasserwerk Eckerde, Michael Basler, Rohrnetzmeister der Stadtwerke, sowie der beratende Hydrogeologe, Ralf Ronschke von der Firma Geofirm, bereit. „Wir sind bei der Wasserversorgung extrem abhängig vom Deister“, betonte Möller. Genutzt würden insgesamt elf Quellen, aufbereitet würde das Wasser in drei Hochbehältern – zwei oberhalb der Kernstadt und einer bei Hohenbostel gelegen.

Im Durchschnitt würden pro Jahr rund 600.000 Kubikmeter Wasser aus dem Deister bezogen, das zusammen mit dem Grundwasserbrunnen die Versorgung Barsinghausens mit dem lebensspendenden Nass garantiere. Der Stand des Grundwassers sei stabil und man gehe sehr sorgsam mit der Ressource um. In den Hochbehältern selber werde das Deisterwasser zunächst gefiltert und dann zusammen mit dem aus Eckerde hoch gepumpten Mengen zu Trinkwasser für die Haushalte aufbereitet. Im vergangenen Jahr entsprach dies einem Gesamtvolumen von 1,5 Millionen Kubikmetern, wobei der Anteil des Quellwassers 650.000 Kubikmetern betrug. Anders als in 2017, als die Stadtwerke zeitweise zusätzliches Wasser aus Nord-Schaumburg bezogen hätten, gäbe es in diesem Jahr trotz des trockenen Sommers keine Engpässe bei der Wasserversorgung. Mit 50 Kubikmetern Wasser pro Stunde, und damit doppelt so viel wie in 2017, werde der Hochbehälter momentan aus den Sammelschächten bespeist. Dies liege daran, dass es in den Wintermonaten gleichmäßige Niederschläge als auch ausreichend Schnee gegeben habe, erklärte Möller. Regelmäßig ergänzt würde die Barsinghäuser Trinkwasserversorgung darüber hinaus mit 100.000 Kubikmetern Wasser aus dem Harz.

Mit einem Härtegrad von 15 weise das Deisterwasser eher eine geringe Kalkhaltigkeit auf. Im Gegensatz zu anderen landwirtschaftlichen Gebieten stelle die Nirtatbelastung des Grundwassers im Deistervorland kein Problem dar, informierte Hydrogeloge Ralf Ronschke. Dies hänge hauptsächlich mit den natürliche Gegebenheiten im Untergrund und weniger mit dem Maß der bäuerlichen Bewirtschaftung zusammen. Außerdem werde im Zusammenspiel mit den Landwirten darauf geachtet, dass nicht zuviel Nitrat auf die Felder gelange. Aus Sicht von Jochen Möller müsse die Wasserversorgung in Barsinghausen unbedingt in kommunaler Hand verbleiben und sollte nicht privatisiert werden.

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