Wissenschaftliches Schulprojekt ermöglicht ersten Stratosphärenflug der KGS-Goetheschule

BARSINGHAUSEN (fk).

Das Team des Wahlpflichtkurses „Wir forschen weiter StratoFlight“ freut sich nach dem erfolgreichen Start im zweiten Versuch über das Gelingen des außergewöhnlichen Schulprojekts.

Hoch hinaus ging es heute beim sogenannten „StratoFlight“-Projekt an der Goetheschule (KGS) Barsinghausen. Seit mehreren Monaten bereiteten Schüler im Rahmen eines Wahlpflichtkurses einen Stratosphärenflug mit einem Wetterballon vor. Das Projekt bot spannende Einblicke in naturwissenschaftliche Phänomene sowie in die Bereiche Technik und experimentelle Forschung.

Die Vorbereitungen …

Für die Umsetzung wurde von den Jugendlichen gebaut, geschraubt, gelötet und geklebt. „Wir arbeiten schon seit Dezember an diesem Projekt“, berichtet der 15-jährige Julian, der unter anderem für die Technik der Sonde verantwortlich war. Insgesamt waren rund 30 Schülerinnen und Schüler beteiligt, vorwiegend aus den Klassen 10G1 und 10G2, aber auch einige aus den unteren Jahrgängen.

An der KGS wurde jedoch nicht einfach nur ein Wetterballon gestartet. Die Sonde war mit umfangreicher Messtechnik ausgestattet, um während des Fluges Daten wie Temperatur, Luftdruck und Höhe zu erfassen. Darüber hinaus befanden sich mehrere Experimente an Bord, die das Verhalten verschiedener Materialien sowie physikalische Prozesse in großer Höhe untersuchen sollten. Ein besonderes technisches Highlight war die Montage einer Kamera. Sie soll beeindruckende Aufnahmen der Erdkrümmung, der Atmosphäre sowie der Dunkelheit des Weltraums liefern. Der Start des Wetterballons war für 9.30 Uhr geplant, aber was einem großen und privaten US-amerikanischem Raumfahrtunternehmen in seiner Anfangszeit so an Pannen passierte, ging in ähnlicher Form auch an den  Schülern der KGS nicht vorbei, denn der Ballon wurde beim Befüllen beschädigt und war somit nicht mehr flugfähig.

Davon ließen sich aber alle Teilnehmer nicht entmutigen und schnell kam ein Ersatzballon zum Einsatz. Nachdem dieser erfolgreich gefüllt worden war, ging alles ganz schnell. Sonde und Fallschirm wurden befestigt, bevor der Wetterballon unter dem Applaus der anwesenden Schüler in den Himmel aufstieg.

Bereits nach kurzer Zeit war er mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen. Die Verantwortlichen rechnen mit einer Flugzeit von zwei bis drei Stunden. Dabei soll der Ballon eine Höhe von rund 36.000 Metern erreichen. Nach den Berechnungen des Teams wird dies im Bereich Salzhemmendorf geschehen. Anschließend soll der Ballon platzen, sodass die Sonde an einem Fallschirm wieder zur Erde zurückkehrt. Die geplante Landung wird im Bereich Steinberg erwartet, wo ein weiteres Team die Bergung übernehmen soll. Damit der Stratosphärenflug überhaupt stattfinden konnte, war im Vorfeld eine Genehmigung der Niedersächsischen Luftfahrtbehörde erforderlich.

Fotos: Krüger / KGS