HANNOVER-BURGDORF (red).
Der Handballhunger bei den Fans der TSV Hannover-Hannover ist im Augenblick riesengroß. Auch gegen den Tabellenvorletzten TVB Stuttgart kamen am Donnerstag 8099 Zuschauer in die ZAG-Arena. Die heizten schon vor dem Anpfiff mächtig ein und die Mannschaft zahlte mit einem lockeren 33:20 (17:9)-Sieg zurück. Dass die höchste Differenz in einem Heimspiel (bisher ebenfalls plus 13 gegen Stuttgart) nicht überboten wurde, störte aber nicht wirklich. Zumindest bis Samstag verdrängten die Recken die MT Melsungen von Platz eins. „Das fühlt sich gut an und ist der Lohn für die harte Arbeit“, strahlte Kreisläufer Justus Fischer. Nur die Anfangsphase verlief ausgeglichen. Recken-Torhüter Simon Gade war in Topform, aber das Visier seiner Vorderleute noch nicht richtig eingestellt: Vier Würfe klatschten nur ans Gebälk. Stuttgart verteidigte aufmerksam und kam zu guten Möglichkeiten. Erst Renars Uscins stellte mit einem Wurf ins verwaiste Tor zum 5:3 (12.) endlich auf plus zwei.
Martin Hanne erhöhte nach einer guten Viertelstunde sogar auf 9:6, wurde danach aber bei einem Zusammenprall sehr unglücklich im Gesicht getroffen und behandelt werden. Er blieb danach auf der Bank. Obwohl es im Angriff trotzdem mittlerweile besser lief, war Trainer Christian Prokop offensichtlich nicht zufrieden und nahm die Auszeit. Die wirkte. Innerhalb von 90 Sekunden erhöhten Vlad Kulesh sowie Marius Steinhauser und Uscins auf 12:7. Hannover jetzt im Flow und zwei Minuten vor der Pause 16:7 vorn. Auch nach Wiederanpfiff hielte sich der Widerstand in Grenzen und in der 37. Minute erhöhte Uscins auf 21:11. Den lauteren Jubel bekam danach aber Joel Birlehm, der das zweite Mal bei einem Siebenmeter das Feld betrat und auch das zweite Duell gewann. Prokop hatte im Angriff auf den siebten Feldspieler umgestellt. Wirklich oft kam es aber nicht dazu, denn nach Ballgewinnen dauerte es nur Sekunden, bis es auf der anderen Seite klingelte. Wie beim Gegenstoß von Steinhauser zum 24:13 (43.). Auch das zeichnet die Mannschaft aus: obwohl längst die Entscheidung gefallen war, wurde in der Deckung weiter um jeden Ball gekämpft. Für die Highlights sorgte aber weiter Birlehm, der auch den nächsten Siebenmeter entschärfte. Jetzt ist Länderspielpause, am 13. November kommt es dann zum Pokalkracher gegen Flensburg.