Zuckerrüben sind in aufgrund des trockenen Sommers besonders süß

BARSINGHAUSEN/REGION/LAND (red).

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Die Rübenkampagne 2016 hat in Norddeutschland vor zwei Wochen begonnen, ein deutliches Bild von den Erträgen in Norddeutschland kann die Nordzucker AG noch nicht zeichnen. Vielmehr wird die aktuelle Statistik als bunter Strauß von Einzelergebnissen bezeichnet. Das durchschnittliche Ernteergebnis liegt mit 69 Tonnen Rüben je Hektar noch unter den Erträgen des Vorjahres. Zu Kampagnenbeginn lassen die Landwirte die schwächeren Standorte roden, auf denen die Rüben von Krankheiten oder Trockenheit bedroht sind. Mit dem weiteren Ernteverlauf werden die Hektarerträge daher vermutlich noch steigen. Insgesamt schwanken die Erträge von 50 bis 100 Tonnen je Hektar. Ungewöhnlich sind die hohen Zuckergehalte von 15 bis 21 Prozent und durchschnittlich 18 Prozent. „Dabei handelt es sich um den sogenannten Rosinen-Effekt. Durch die flächendeckende Trockenheit nimmt der Wasseranteil im Rübenkörper ab, im Gegenzug steigt der Zuckergehalt anteilig an“, erklärt Dr. Heinrich-Hubertus Helmke vom Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ). Die Unterschiede beim Rübenertrag und Zuckergehalt ergeben sich aus den regionalen Niederschlägen und der Beregnung, der Sonnenscheindauer, der Bodengüte, aber auch dem Anbaumanagement wie dem gewählten Aussaattermin und der Pflanzenschutzstrategie. In einem Trockenjahr wie 2016 zeigen diese Bausteine eine deutlichere Wirkung beim Ertrag. Positiv bewertet die Nordzucker AG, dass die Rüben durch die Trockenheit sehr sauber in die Werke kommen. Die Erntemaschinen hingegen geraten auf dem ausgetrockneten, harten Boden an ihre Belastungsgrenzen, schließlich sollen die Rübenkörper ohne Beschädigung aus der Erde geholt werden. Der langersehnte Regen würde die Erntearbeiten erleichtern, allerdings auch für höhere Erdanteile an den Rüben sorgen. Nach der langen Trockenperiode reagiert die Rübe bei Regen leicht mit erneutem Blattaustrieb. In diesem Stadium, kurz vor der Ernte, steigert mehr Rübenblatt nicht mehr den Ertrag, sondern geht zu Lasten des Zuckergehalts. Die Rübenkampagne wird noch bis in den Januar hinein andauern.

Foto: LPD