Aprilwetter bringt Turbulenzen in die Landwirtschaft

REGION/NIEDERSACHSEN (red).

Folie schützt Frühkartoffeln vor Frost. – Foto: Landvolk Niedersachsen

„Die Feuchtigkeit im Winter war wichtig, aber 100-prozentig zufrieden sind wir Landwirte damit nicht. Mit den weiterhin zu wenigen Niederschlägen der Wintermonate gegenüber dem langjährigen Mittel konnten nur die leichteren Böden in den Beregnungsregionen ihre Wasserspeicher auffüllen. Für die guten und schweren Böden hingegen reichten Regen und Schnee nur bis maximal 90 Zentimeter Bodenfeuchte“, berichtet der Vorsitzende des Pflanzenausschusses im Landvolk Niedersachsen, Karl-Friedrich Meyer, gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. Das aktuelle Aprilwetter mit Sonne, Hagel und Frost sorgt den Ausschussvorsitzenden, denn es hinterlässt bereits auf dem Acker bei einigen Früchten Spuren: „Das Sommergetreide sowie die Leguminosen, also Ackerbohnen und Erbsen, sind aufgrund der warmen Tage zuvor gut aufgelaufen. Doch nach den Frostnächten sieht man, dass das Getreide mault. Es wird hell und zeigt kein richtiges Wachstum, obwohl die Nährstoffe ausreichend zur Verfügung stehen“, berichtet Meyer. Für den Raps hingegen sieht er keine Gefahr, da dieser durch die Schneedecke geschützt war und der März Wärme brachte. Auch die Frühkartoffeln sind größtenteils gelegt und kommen mit dem wechselhaften Aprilwetter eigentlich gut zurecht. „Für den Mais ist es hingegen noch zu kalt, der muss noch warten“, sagt Meyer. Das gute Wetter vor Ostern haben die Bauern genutzt, um die Zuckerrüben zu drillen. „Denen schadet die Kälte nicht, die können Temperaturen bis minus fünf Grad vertragen“, gibt der Pflanzenexperte einen Überblick über die Kulturen auf Niedersachsens Feldern, auf denen in dieser Woche aufgrund der vorhergesagten weiter kühlen Temperaturen nicht viel passieren wird.

Foto: Landvolk