Fotoausstellung “Das hässliche Erntlein” zieht in der Klosterkirche die Blicke auf sich

BARSINGHAUSEN (red).

Über 60 Bilder wurden Pastor Jürgen Holly zugesendet, nachdem er dazu aufgerufen hatte, unter der Überschrift “Hässliches Erntlein” Lebensmittel zu fotografieren, die von der optischen Norm abweichen und besonders originell sind. Von der großen Resonanz war er überrascht und erfreut, wie er am Sonntag, 13. Oktober im Gottesdienst in der Klosterkiche Barsinghausen betonte. Viele Bilder zeigten auch Gottes Sinn für Humor, meinte er in seiner Predigt. Alles sei in der großen Vielfalt von Gott gut geschaffen. Dabei hatte der Aufruf einen ernsten Hintergrund: “Wenn wir Lebensmittel wegwerfen, entweder, weil sie nicht ‘gut’ genug für den Handel sind, oder weil wir zu viel eingekauft haben, dann werfen wir auch wertvolle Ressourcen weg”, sagte er und warb für einen achtsamen und bewussten Umgang mit Lebensmitteln. Notwendig sei dazu ein Umdenken beim Verbraucher und im Handel. Während die EU immerhin 26 Normen für Lebensmittel abgeschafft habe, gäbe es viele Vorgaben an Obst und Gemüse von den großen Handelsunternehmen.

Die Bilder präsentiert Jürgen Holly auf sechs Stellwänden im Altarraum. Nach dem Gottesdienst konnte die Ausstellung erstmals betrachtet werden. Unter den Gästen waren auch etliche, die selbst Bilder beigesteuert hatten. Noch im Laufe der kommenden Woche zu den Öffnungszeiten der Klosterkirche Montag bis Mittwoch von 10 bis 12 Uhr und Donnerstag bis Samstag von 15 bis 17 Uhr kann die Ausstellung betrachtet werden. Musikalisch setzte der künftige Organist und Kantor der Mariengemeinde, Ole Magers, besondere Akzente. In die Liedbegleitungen und in einem Intermezzo streute er “schräge” Töne mit ein und schlug damit auch einen Bogen zur Ausstelung mit den skurillen Gemüse- und Obstformen. Im Gottesdienst gedachte die Gemeinde auch der Opfer des antisemitischen Anschlags in Halle/Saale. “Hass kann auch real werden. Der Terroranschlag bestürzt und erschüttert uns'”, sagte Jürgen Holly und rief zu einer Zeit der Stille auf.

Text: Freitag; Fotos: Freitag, Holly